Gutes Grafikdesign – 5 Tipps, was es ausmacht

Was macht gutes Grafikdesign aus? Jeder wird mit dieser Frage vielleicht spätestens dann einmal konfrontiert, wenn er sich Gedanken zum Image und dem Erscheinungsbild der eigenen Firma macht.

Gutes Design ist ästhetisch, funktional und wirkungsvoll. Für die Umsetzung spielen viele Faktoren eine Rolle wie die Typografie, Farben, Anordnung und eine gewisse Textaffinität für ansprechende Texte und Headlines.

Nicht zuletzt ist ein tiefes Verständnis für die Wünsche und Bedürfnisse der KundInnen das A und O, um zu wissen, was erwartet wird und welche Maßstäbe zu erfüllen sind. Im Folgenden werde ich auf einige der wichtigsten Aspekte eingehen, die ein gutes Design ausmachen.

1. Typografie

Gerade im Online-Bereich ist die Typografie, also die gewählten Schriften, ein wichtiger Faktor. Sie beeinflusst die visuelle Kommunikation maßgeblich und verstärkt die Botschaften eines Designs.

Beim Mischen von Schriftarten für ein gutes Grafikdesign ist es wichtig, eine ausgewogene Balance zu finden. Ein ausdrucksstarkes Schriftbild berücksichtigt z. B. folgende Faktoren:

  • Kontrast: Schriftarten, die sich in Stil und Charakter stark unterscheiden, um einen auffälligen Kontrast zu erzeugen, z.B. eine serifenlose Schrift mit einer dekorativen Handschrift oder schwere Schriften (Bold-Types) und leichte Schriften (Light-Schriften)
  • Komplementär: Schriftarten, die sich ergänzen und eine harmonische Kombination bilden, z.B. eine Schrift mit klaren Linien und eine Schrift mit weichen Rundungen.
  • Begrenzte Anzahl: Häufig kommen nur zwei oder drei unterschiedliche Schriftarten zum Einsatz, um ein sauberes und interessantes aber konsistentes Design zu gewährleisten.

2. Farbwahl & Farbzusammenstellung

Auch die richtige Farbwahl und -gestaltung ist essentiell, dadurch zeichnet sich gutes Grafikdesign aus. Ein gelungenes Design lebt von stimmigen Farbharmonien, wie z. B. durch:

  • Analoge Farben: Farben, die “Nachbarn” im Farbkreis sind, wie Blau und Lila oder Gelb und Orange. Sie können für eine harmonische und zusammenhängende Wirkung sorgen.
  • Komplementäre Farben: Farben, die sich gegenüberliegen im Farbkreis, wie Blau und Orange oder Rot und Grün. Sie erzeugen, dezent und passend zum Design eingesetzt, einen starken Kontrast und erregen Aufmerksamkeit.
  • Triadische Farben: Diese Farben haben den gleichen Abstand im Farbkreis, wie Rot, Gelb und Blau. Triadische Farben können eine lebendige und ausgewogene Kombination ergeben.
  • Monochromatische Farben: Monos bedeutet im Griechischen einzige/e oder eine. Hierbei handelt es sich um einen einzigen Farbton, wie beispielsweise Gelb oder die Abstufung derselben Farbe, wie ein hellerer Farbton desselbigen Gelb. Sie erzeugen dann einen subtilen und eleganten Charakter bei Grafikdesign-Farbkompositionen.
  • Knallige Farben: Aber auch sehr knallige, verschieden gemixte Farben können einen wunderbaren Farbeffekt haben. Hier sieht man zwei gelungene knallige-verspielte Beispiele mit bunten Farben und abstrakten Elementen:

3. Anordnung der Gestaltungselemente

Auch die richtige Anordnung der Gestaltungselemente wie hier im Beispiel der Plattform Kunstunterricht-Ideen (KUI) macht gutes Grafikdesign noch aus. Wie sie angeordnet werden, beeinflusst Empfindung eines Designs maßgeblich. Eine be- und durchdachte Platzierung der Elemente hilft dabei, eine klare Botschaft zu vermitteln und das Design ästhetisch und ansprechend umzusetzen.

Viele Grafikdesigner, wie auch ich, arbeiten dabei auch mit dem goldenen Schnitt. Dabei geht es um eine mathematische Proportion, mit der eine harmonische Aufteilung des Raums erreicht wird. Sie teilt den Raum so auf, dass das Verhältnis von Teilen zum Ganzen als ästhetisch angenehm empfunden wird. Viele schaffen so ausgewogene und visuell ansprechende Kompositionen, die dem Design eine natürliche Harmonie verleihen.

Grafik mit Anordnungsbeispielen von Gestaltungselementen

4. Textverständnis für gute Texte und Headlines

Was gutes Grafikdesign mit Textaffinität zu tun hat? Nun ja, gerade bei der Gestaltung von Texten und Headlines für verschiedene Medien wie Magazin-Cover, Anzeigen oder Social-Media-Grafiken ist ein routiniertes Textverständnis von Vorteil. Designer mit einem guten Verständnis für die Bedeutung und Wirkung von Sprache sind besser in der Lage, diese visuell ansprechend zu präsentieren.

Gute Texte und Headlines sind entscheidend, um die Aufmerksamkeit der Betrachter zu gewinnen und Ihre Botschaft effektiv zu vermitteln. Dabei sollte der Text gut lesbar sein, sowohl in Bezug auf Schriftart, Größe und Farbe als auch in Bezug auf die Platzierung innerhalb des Designs.

5. Gutes Grafikdesign Exkurs: Corporate Design

Ein Corporate Design umfasst alle wesentlichen Elemente des Grafikdesigns. Dieses Corporate Design definiert das Erscheinungsbild eines Unternehmens, darunter die Typografie, Farbwahl und andere Gestaltungselemente. Durch die konsistente Anwendung von Logo, Farben und Schriftarten entsteht ein einheitliches Auftreten, das die Marke erkennbar macht, Vertrauen aufbaut und die Botschaft des Unternehmens einheitlich vermittelt. Im folgenden Beispiel ist ein von mir erstelltes Branding für die Firma “Schwungkraft” dargestellt.

Ein Kundenbeispiel

Corporate Design für Schwungkraft
Naturfriseurin & Haarcoach Isernhagen

  • Für die Naturfriseurin habe ich ein einheitliches Corporate Design entwickelt, das sich in Flyern, der Webseite, Visitenkarten und dem Logo widerspiegelt.
  • Die Farbpalette wurde bewusst auf Naturtöne abgestimmt, um die Verbundenheit mit der Natur zu betonen.
  • Zudem wurde auf klimaneutralen Druck durch Flyeralarm und die Verwendung von Naturpapier geachtet, um die Nachhaltigkeitswerte des Unternehmens zu unterstreichen.
Ansicht eines Flyers für das Unternehmen Schwungkraft

Grafikdesign/Flyer im Corporate Design des Unternehmens SchwungKraft

Die Grundlage für das Corporate Design: Das Moodboard

Bevor es an die eigentliche Erstellung eines Designs geht, kommt häufig ein Moodboard zum Einsatz. Ein Moodboard oder Designboard ist eine visuelle Zusammenstellung von Bildern, Farben und Schriftarten.

Grafik eines Moodboard für die Kundin Susanne Burckhardt von Schwungkraft

Moodboard für die Kundin Susanne Burckhardt von Schwungkraft

Das Moodboard hilft dabei, die gewünschte Stimmung und Ästhetik für ein Design festzulegen und ermöglicht eine klare Kommunikation und Abstimmung mit dem Kunden für ein erfolgreiches Grafikdesign-Projekt.

Am Beispiel von Schwungkraft sah dies wie folgt aus:

Die Besonderheiten des Designs für Susanne Burckhardt waren

  • Farblich dominieren sanfte Töne und Erdtöne und harmonieren miteinander. Ein natürlicher Look wird vermittelt.
  • Die Schriftarten bilden einen Kontrast: Die verspielte Schreibschrift des Logos wird mit einer klaren, serifenlosen Schrift stilvoll ergänzt.

Was macht gutes Design aus? Ein Fazit.

Auf die Frage “Was macht gutes Design aus?” haben Sie nun ein paar Antworten erhalten. Beim endgültigen Grafikdesign/Corporate Design eines Unternehmens gilt aber auch hier: Jedes Design ist Geschmacksache und muss immer individuell zum Kunden, zum Produkt und zum Anlass passen.

Doch eines gilt für jedes Design. Gutes Grafikdesign zeichnet sich durch seine Ästhetik, Funktionalität und Wirkung aus.

Es umfasst eine ausgewogene Typografie, harmonische Farbpaletten, eine sorgfältige Anordnung der Gestaltungselemente und ein gutes Verständnis für Texte und Headlines. Diese Elemente sind entscheidend, um ein ansprechendes Design zu erschaffen.